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BJJ ist aus dem Japanischen Jiu-Jitsu entstanden. Die Gracies, eine legendäre Kampfsportfamilie, entwickelte das Japanische Jiu-Jitsu weiter und rief das BJJ ins Leben. Über Jahrzehnte hinweg traten sie in sog. „ regellosen Kämpfen“ gegen andere Kampfkünstler an. Dadurch erkannten sie sofort, welche Techniken auf der Strasse wirklich zur Selbstverteidigung geeignet waren. Dieses Wissen ließen sie in die Entwicklung des BJJ´s einfließen. Helio Gracie war entscheidend an der Verfeinerung und Verbesserung der Techniken beteiligt. Helio selbst war ein körperlich schwacher Mann. Sein Hauptanliegen war es deshalb einen Stil zu kreieren, mit dem sich jeder gegen physisch stärkere Gegner effektiv verteidigen kann. Das Endresultat ist heute unter dem Namen: Brazilian Jiu-Jitsu bekannt und gehört zu einer der am schnellsten wachsenden Kampfsportarten.

Im Standkampf wird vor allem die Meidung der gegnerischen Schläge und Tritte geübt. Die Distanz zum Gegner so schnell wie möglich zu überbrücken, um ihn in den Bodenkampf zu verwickeln, ist ebenfalls eine sehr wichtige BJJ-Strategie. Die Erfahrung mit regellosen Kämpfen zeigt, dass das eigene Verletzungsrisiko durch ein solches Kampfverhalten minimiert werden kann, da es durch die geringe Distanz in der Bodenlage nur wenige Positionen gibt, in denen harte Schläge ausgeführt werden können. Es ist jedoch falsch, BJJ mit Valetudo, Free Fight oder MMA gleichzusetzten.

Das Brazilian Jiu-Jitsu konzentriert sich auf den sportlichen Bodenkampf ohne Schläge und Tritte.In der sportlichen Variante messen sich Kämpfer in verschiedenen Gewichts- und Anfänger/Forgeschrittenen Klassen, die nach der Gürtelfarbe der Kämpfer einteilen. Diese Abstufung der Gürtel im BJJ unterscheidet sich von anderen japanischen Gürtelsystemen. Die Farben, vom Anfänger zum Meister, sind weiß – blau – lila – braun – schwarz. Traditionell werden im BJJ die Gürtel von dem Meister (in der Regel ein Schwarzgurt) an seine Schüler “verliehen”. Hierbei ist weniger entscheidend, wie lange die Person BJJ bereits ausübt, sondern eine “beltpromotion” (Gürtelverleihung) findet anhand des Erfolges statt, den die Schüler im Training oder auf Wettkämpfen unter Beweis stellen konnten. Viele Schulen vergeben auch noch bis zu vier Streifen pro Gurt, die zusätzlich eine Feinabstufung des Könnens darstellen sollen. Theoretisch sollte ein höher graduierter Kämpfer (höhere Gürtelfarbe bzw. mehr Streifen bei der gleicher Gürtelfarbe) gegen einen niedergraduierten Kämpfer gewinnen (können).

Wettkampf
Der sportliche BJJ Kampf mit Gi startet in der Regel im Stand (Schläge, Tritte, Kratzen, Beißen etc. sind verboten) und wird meistens nach einem sog. “Takedown” am Boden fortgesetzt und beendet. Der Kämpfer hat zwei Möglichkeiten den Kampf zu gewinnen. Im BJJ erhalten die Kämpfer für bestimmte Positionen oder Aktionen, die für sie vorteilhaft sind oder den Kampfverlauf zu ihren Gunsten ändern, Punkte. Beispielhaft kann das Einnehmen der “Mount” – man sitzt auf dem Brustkorb des Gegners – oder ein erfolgreicher “sweep” – man schafft einen Wechsel von einer ungünstigeren Position in eine bessere z.B. von der Rückenlage in die Oberlage – genannt werden. Unabhängig vom Punktestand besteht jederzeit die Möglichkeit, den Gegner mit einer “Submission” (Unterwerfung) zur Aufgabe zu zwingen, die dieser durch Klopfen mit der Hand auf die Matte, seinen oder den Körper des Gegners symbolisiert. Dies kann durch zahlreiche Würge- und Hebeltechniken herbeigeführt werden. Erreicht keiner der Kämpfer nach Ablauf der Kampfzeit (meistens 5-10 min) eine “Submission” des Gegners, gewinnt der Kämpfer mit den meisten Punkten.

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